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Kantonalisierung der Anstellungsbedingungen von Musiklehrpersonen an Gemeindemusikschulen

Gleichstellung mit den Volksschullehrpersonen

Der Kanton Luzern regelt seit 2010 in der „Verordnung über die kommunalen Musikschulen “die Anerkennung von Musikschulen sowie die kantonalen Beiträge pro Schüler und Schüler. Weiter ist die Besoldung in der Besoldungsverordnung (BVOL SRL 75) geregelt, wobei eine fachgemässe Ausbildung berücksichtigt wird. Ebenso ist die Unterrichtsverpflichtung vom Kanton festgelegt (Personalverordnung SRL 52). Das Führen einer Gemeindemusikschule ist eine obligatorische Aufgabe einer Gemeinde, je nach Grösse arbeiten heute sinnvollerweise einige Gemeinden zusammen in Regionalen Musikschulen.

Momentan gelten die Musiklehrpersonen aber immer noch als Gemeindeangestellte. Dementsprechend können die Gemeinden die Arbeitsverhältnisse durch rechtsetzende Erlasse selbständig zusätzlich regeln (vgl. Merkblatt DVS ­„Anstellung der Lehrpersonen an kommunalen Musikschulen ab Schuljahr 2017/18). Regelt eine Gemeinde die Anstellungsbedingungen nicht speziell selber, so gilt heute schon das kantonale Personalrecht.

Pensionskassenbeiträge werden so den jeweiligen Gemeindeangestellten angepasst; diese fallen deshalb meist tiefer aus als bei den Volksschullehrpersonen (BV 1 im Vgl. BV 3 oder 4). Die Festlegung einer Pensenbandbreite kann durch eine Musikschule freiwillig festgelegt und vereinbart werden. Für Dienstaltersgeschenke und die Altersentlastung kann eine kommunale Regelung angewendet werden, was häufig für uns Musiklehrpersonen schlechter ausfällt als bei den Volksschullehrpersonen. Was bei einer Abmeldung von Schülerinnen und Schülern unter dem Jahr mit unserem Lohn geschieht, legt auch jede Musikschule für sich selber fest.

Nur drei Gemeinden im Kanton Luzern (die Seegemeinden) zahlen ihre Löhne momentan über die „Dienststelle Personal des Kantons Luzern“, die für die Löhne der Volksschullehrpersonen zuständig ist, aus. Auch bei den Volksschullehrerinnen und Volksschullehrern war die Anstellung bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts eine kommunale Angelegenheit. Nun, ca. 40 Jahre später wäre es wohl angebracht, dass diese besseren und geregelteren kantonalen Anstellungsbedingungen auch für uns Musiklehrpersonen gelten. Laut DVS ist der Kanton dran, Genaueres wissen wir noch nicht. Wir haken nach – und werden euch wieder informieren!

Aus dem MLV-Vorstand, Regula Ineichen und Helene Tezzele